Handy ausspionieren ohne Zustimmung—geht das?

Die Privatsphäre ist allen Leuten wichtig. Doch es gibt Situationen, in denen man das Handy eines anderen ausspionieren möchte. Zwei Beispiele, die einem gleich einfallen, sind: wenn man verdächtigt, dass sein Partner fremdgeht oder wenn man sicherstellen möchte, dass sein minderjähriges Kind sichere Seiten im Internet besucht.

Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie weit das ohne Zustimmung möglich ist.

Handy ausspionieren—wieso und welche Möglichkeiten gibt es?

Was ist eigentlich mit „ausspionieren“ gemeint? Altmodische Spionagemethoden sind uns bekannt: dem Partner hinterherlaufen, Anrufe mithören, Briefe öffnen. Das moderne Gegenstück dazu ist wohl, das Handy einzusehen. Man kann natürlich zuerst fragen, doch wenn es ohne Zustimmung gehen soll, ist das schon eine andere Sache.

Oft spioniert man virtuell in den sozialen Medien nach, um zu sehen, was gepostet wurde, welche Kommentare hinterlassen wurden, und wenn nötig, erstellt man dafür extra ein Konto. Diejenigen, die das technische Knowhow haben, könnten sogar zu illegalen Methoden greifen und sich in die Konten oder das Handy selbst hacken.

Doch welche Methoden gibt es für das Ausspionieren eines Handys, die nicht illegal sind, und entstehen dabei Kosten?

Handy kostenlos ohne Zustimmung ausspionieren?

Jetzt kommt die schlechte Nachricht: Man kann leider nicht beides auf einmal tun.

Entweder, man nutzt kostenpflichtige Dienstleistungen oder Apps, um ohne Zustimmung (und teilweise auch illegal) auf das Handy eines anderen zuzugreifen, oder man nutzt kostenlose Services, die aber (zumindest am Anfang) die Zustimmung des anderen benötigen, einfach, weil man Zugriff auf das Handy und die Passwörter braucht.

Im Folgenden werden nun ein paar kostenlose Möglichkeiten genauer unter die Lupe genommen.

Auf iCloud.com gespeicherte Daten einsehen

iCloud ist ein Service von Apple, womit Nutzerdaten gespeichert und über mehrere Geräte (bis zu 10 Stück) synchronisiert werden. Wenn man Zugriff aufs iCloud Konto des Handybesitzers bekommt, kann man unter anderem folgende Informationen einsehen: das E-Mail-Konto, Kontaktinformationen, Kalenderdaten, Lesezeichen, iTunes Musik, Fotos, eigene Dokumente, gekaufte Apps und Bücher.

Außerdem ist eine Remote-Verbindung zum MacBook sowie die Ortung des Handys möglich.

GPS Tracking

Auch hier braucht man Zugriff auf das Konto, doch die Find My Device App von Google ermöglicht das Orten des Handys per GPS. Diese Funktion ist, wie oben schon genannt, bei einem Apple Handy auch über iCloud möglich.

Mobilfunkanbieter

Wenn man auf die Rechnung des Mobilfunkanbieters Zugriff hat, kann man dort auch die Anrufsdaten einsehen (wann wer angerufen wurde, wie lange telefoniert wurde usw.)

Browserverlauf

Durch Einsicht in den Browserverlauf lässt sich auch überprüfen, welche Seiten auf diesem Browser besucht worden sind. Man kann sich außerdem beim Router anmelden und dort das Protokoll der besuchten Seiten einsehen.

WhatsApp Nachrichten mitlesen

Auch das ist kostenlos möglich, indem man auf seinem Computer die Web WhatsApp Software herunterlädt und mit dem entsprechenden WhatsApp Konto verbindet. Auf https://web.whatsapp.com/ findet man die Anleitungen. (Man muss zunächst WhatsApp auf dem Handy öffnen und dort unter WhatsApp Web den QR-Code der Seite scannen).

Spyware Apps

Es gibt auch Spyware Apps (oft mit kostenlosen Probeversionen zum Ausprobieren), die man sich herunterladen und testen kann. Im nächsten Abschnitt wird mehr über diese Spyware Apps erklärt.

Spyware Apps als nützliches Werkzeug

Wie oben dargelegt gibt es verschiedene Methoden, um einzelne Bereiche eines Handys auszuspionieren. Der Nachteil liegt jedoch darin, dass es keine vereinheitlichte Plattform ist. Daher kann es von Vorteil sein, Spyware Apps zu verwenden. Vielleicht hat man nicht sofort an sie gedacht, aber sie wurden für diesen Zweck entwickelt, weshalb sie den Bedürfnissen hier gut entsprechen.

Was ist eigentlich Spyware? Spyware ist eine Software, die verwendet wird, um jemanden auszuspionieren. Ihr Ziel ist es, unbemerkt private Daten einzusehen und an den überwachenden Berichte zu senden. Verschiedene Apps haben verschiedene Funktionen, aber generell werden dabei allmögliche Informationen übersendet, wie zum Beispiel Nachrichten, Chatverläufe bei WhatsApp oder Facebook, E-Mails, Browserverläufe usw.

Hier nun eine Übersicht von Spy-Apps und ihren Probeversionen:

Handy ausspionieren ohne Zustimmung mit Hoverwatch

Mit Hoverwatch kann man sowohl Handys als auch Computer überwachen. Folgende Funktionen sind enthalten: SMS und Anrufe protokollieren, Zielgerät orten, Überwachung der Aktivität auf sozialen Medien (Facebook, WhatsApp, Viber), automatische Frontkamerafotos, Benachrichtigung bei SIM-Kartenwechsel und Keylogger-Funktion (Erstellung von Screenshots und Aufzeichnung getippter Texte).

Hoverwatch ist erhältlich für Android, Windows und Mac OS. Es kann eine Probeversion heruntergeladen werden, mit der man die Funktionen für drei Tage testen kann.

Hier geht’s zur Website: www.hoverwatch.com.

Handy ausspionieren ohne Zustimmung mit FlexiSPY

FlexiSPY ist wie Hoverwatch eine Komplettlösung und kann für die Überwachung von diversen Geräten verwendet werden. Unter anderem können mit FlexiSPY installierte Anwendungen überwacht, Anrufe aufgezeichnet, Social Media  & IMs überwacht, Gerätestandorte nachverfolgt, digitale Kommunikation aufgezeichnet, Medien angezeigt, Internetnutzung verwaltet und die Umgebung abgehört werden.

FlexiSPY kann auf Android und Apple (iPhone und iPad) Geräten sowie Computer verwendet werden. Es kann eine Probeversion heruntergeladen werden, mit der man die Funktionen für 24 Stunden testen kann.

Hier geht’s zur Website: www.flexispy.com.

Handy ausspionieren ohne Zustimmung mit mSpy

mSpy ist eine elterliche Überwachungssoftware. Die Kindersicherungs-App ist als iOS und Android Version erhältlich und die Aktivitäten des Zielgeräts können auch in Ihrem persönlichen Online-Überwachungskonto angezeigt werden. Obwohl diese App keine Probeversion hat, ist sie reich an Funktionen und hat ein nutzerfreundliches Interface.

Man kann z. B. Anrufprotokolle, Textnachrichten, GPS-Positionen, den Web-Verlauf, Chatverläufe, Social Media Aktivitäten, Media-Dateien und weitere Daten wie E-Mails überwachen.

Hier geht’s zur Website: www.mspy.com.de.

Aber darf man auch ohne Zustimmung das Handy ausspionieren?

Die obengenannten Methoden funktionieren in ihrem Anwendungsbereich natürlich prima. Aber es gibt einen Unterschied zwischen können und dürfen. Man sollte nicht zu illegalen Methoden greifen (und sich etwa in Konten des Handynutzers hacken), um die Daten einzusehen. Am besten ist es, wenn man die Zustimmung bekommt, gewisse Apps herunterzuladen usw.

Obwohl in einigen spezifischen Situationen (wie wenn man zum Beispiel Beweise für Scheidungsverfahren sammelt) eine gewisse Grauzone besteht, ist es also besser, sich auf der sicheren Seite zu wissen.

Eine große Ausnahme ist wohl, wenn es um das eigene minderjährige Kind geht. Denn dort besteht auf jeden Fall Aufklärungsbedarf, was das Nutzen eines Smartphones und des Netzes angeht. In Ausnahmefällen kann es notwendig sein, die Handynutzung zu kontrollieren, um Zugang zu Gewaltvideos, Pornografie und Ähnlichem sowie Cybermobbing zu verhindern.

Doch in der großen Mehrheit aller Fälle muss man sich zuvor die Zustimmung des Handyinhabers holen, bevor man diese Methoden nutzt, um die Handynutzung zu überwachen.

Gibt es die richtige Lösung?

Sie haben gelesen, dass es verschiedene Methoden (einschließlich der Verwendung von Spy-Apps) zum Ausspionieren eines Handys gibt. Ob und welche dieser Methoden man verwenden möchte, muss man für sich selbst entscheiden. Es gibt keine einzige Lösung, die allein richtig ist.

Doch bevor man sich ans Ausspionieren macht und überlegt, welche Spionagemethoden man nutzen kann, sollte man vielleicht zuerst dem Grund nachgehen, weshalb es Misstrauen in der Beziehung gibt und versuchen, die Lösung an der Stelle anzuwenden.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.